Robuste Stützen für kleine Füße und Gelenke

Rheinische Post - VON BIRTHE ROSENAU - zuletzt aktualisiert: 14.08.2013


Zu klein, zu groß, zu eng oder zu weit – Kinderfüße stecken oft in den falschen Schuhen. Lebenslange Haltungsschäden können die Folge sein. Daher lohnt es sich, beim Schuhkauf genau hinzusehen.

 

 

Auch die Kleinsten haben schon ihren eigenen Kopf, wenn es um Schuhe geht. Doch vor das Aussehen sollten Eltern die Passform stellen. Mehr! gibt Tipps, was es bei Kinderfüßen zu beachten gilt.

 

Erste Schuhe

Erst wenn Kinder draußen laufen, sollten sie Schuhe tragen. Für die ersten Gehversuche drinnen reichen Stoppersocken vollkommen. Sie geben einen sicheren Halt, und das Kind bekommt trotzdem ein Gefühl für den Untergrund, auf dem es läuft. Die oft so beliebten Lederschläppchen hingegen sind meist instabil und sitzen nicht richtig am Fuß.

 

Material

Viele Schuhe sind heute komplett aus Kunststoff oder synthetischen Materialien. Da sind Schweißfüße vorprogrammiert. Zudem stammen diese Schuhe oft aus großen Fabriken im Ausland, sind billig produziert und können sogar schädliche Stoffe enthalten. Gerade bei Kleinkindern ist das ein Problem, denn sie nehmen ab und zu auch ihre Schuhe noch in den Mund. Zumindest innen sollte es Leder sein.

 

Regen und Sonne

Bei Matschwetter zum Spielen im Freien sind Gummistiefel einfach praktisch. Und genau dann dürfen sie auch gern stundenweise zum Einsatz kommen. Allerdings sollte Eltern bewusst sein, dass sie aus gesundheitlicher Sicht keine gute Variante sind. Sie können einfach nicht gut sitzen und sind am Gelenk immer zu weit.

Und wie steht es mit dem barfuß Laufen im Sommer? Auf Naturböden wie einer weichen Wiese oder am Sandstrand ist es aus orthopädischer Sicht absolut in Ordnung, auch mal auf die Schuhe zu verzichten.

 

Sohle

Nicht selten weisen Kinderschuhe ein dickes Profil auf. Das soll Robustheit simulieren. Orthopäden plädieren jedoch für eine dünnere Sohle mit durchgehendem Absatz. Denn so bekommen die Kinderfüße viele Informationen von unten, die brauchen sie zum Laufenlernen. Denn nur, wenn die Muskeln regelmäßig neue Reize erhalten, können sie optimal trainiert werden.

 

Halt

Ein gesunder Fuß braucht keine Stabilisationshilfen. Für Kinder bis zum dritten Lebensjahr empfiehlt es sich jedoch, Schuhe zu wählen, die an der Kappe höher sind. Denn das Fußgelenk verfestigt sich erst später. Wenn etwas nicht in Ordnung ist, können Orthopäden und Orthopädie-Schuhmacher mit Einlagen helfen, Haltungsschäden vorzubeugen. Allerdings immer begleitet von entsprechender Gymnastik. Beginnen können Kinder damit bereits im Alter von vier Jahren.

 

Absatz

Kinder lieben es sich zu verkleiden und in Mamas "Klack-Klack-Schuhe" zu schlüpfen. Auf lange Sicht führt das Tragen von Schuhen mit hohem Absatz immer zu Haltungsverfall, wissen Orthopäden. Nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Erwachsenen. Gelegentlich okay sind hohe Hacken erst, wenn das (Fuß-)Wachstum abgeschlossen ist.

 

Wachstum

Füße von Kleinkindern sind noch weich und verformbar. Daher jammern sie nicht, wenn der Schuh drückt. In den ersten drei Jahren wachsen Füße jeden Monat etwa eineinhalb Millimeter. Danach ist es bis zum zehnten Lebensjahr etwa ein Millimeter pro Monat. Aktuellen Studien zufolge trägt jedes dritte Kind in Deutschland zu kleine Schuhe. Das kann fatale Folgen bis ins Erwachsenenalter haben.

Um immer passende Schuhe zu haben, sollten Kinderfüße unbedingt regelmäßig vom Fachmann vermessen werden. Bei den älteren Kindern geschieht das im Stehen, die ganz Kleinen dürfen dazu noch auf dem Schoß sitzen. Allerdings muss der Fuß dann entsprechend gestreckt werden, um zu simulieren, wie er unter Belastung aussieht.

 

Passform

Ältere kennen sie vielleicht noch als Andenken aus Kriegszeiten: krumme Zehen. Denn weil das Geld knapp war, mussten Kinder oft die alten Schuhe ihrer Geschwister auftragen. Auch, wenn diese zu klein waren. Heutzutage kaufen viele Eltern die Schuhe eher zu groß, damit die Kinder noch hineinwachsen können. Daraus können gravierende Schäden resultieren, da etwa die Abrollpunkte völlig verschoben sind. Das Ergebnis sind häufig Senkfüße.

Aber auch die Weite sollte stimmen. Gute Schuhe verfügen über das WMS-Maß für weit, mittel und schmal – denn die kleinen Füße sind so unterschiedlich wie die Kinder selbst.

 

Gebrauchte Schuhe Gerade, wer mehrere Kinder hat, stellt sich natürlich die Frage, ob die Schuhe vom großen Bruder oder der großen Schwester nicht an das jüngere Geschwisterchen weitergereicht werden können. Als Zweitpaar dürfen Kinder nach Meinung von Orthopäden auch gebrauchte Schuhe tragen. Zwei Bedingungen sollten erfüllt sein: Sie dürfen nicht einseitig abgenutzt sein und müssen natürlich richtig sitzen. Um das festzustellen, gibt es einen Trick: Eltern sollten die Einlegesohle aus dem Schuh nehmen und unter den Kinderfuß halten. Vorne sollten noch ein Finger und der Daumen Platz haben, an der Ferse drei bis vier Millimeter Abstand bleiben.

Quelle: RP - Aug. 2013

Wissenswertes über Kinderfüße

"Neben der Arbeit sind mir meine Familie und die Kids am wichtigsten!"

In Ihrem Job sind Sie Profi; Sie kenne die Trends, Sie haben ausreichend Detailwissen und Sie wissen wo die Reise hingeht.


Tja, die Kids sind Ihnen auch sehr wichtig, aber wie steht es hier um Ihr Wissen? Haben Sie ausreichend Detailkenntnisse und sind Ihnen auch hier alle Trends bekannt? Bei Kinderschuhen haben ich Sie sich bisher auf die „Erfahrung“ Ihrer Frau, von Freunden und erfahrenen Eltern verlassen. Wir haben Ihnen ein paar Infos zusammengestellt, die Sie über Kinderfüße wissen sollte:

  • Kinderfüße sind weicher und biegsamer als die von Erwachsenen. Die Fußknochen sind noch weich und knorpelig (erst nach und nach verknöchern sie innerhalb der ersten 16 Jahre) und passen somit auch in zu kleine Schuhe, was dann aber zu Verformungen der Füße führt. Ein Viertel der menschlichen Knochen befinden sich im Fuß.
  • Kinderfüße sind noch nicht in der Lage, exakt zu spüren, ob ein Schuh passt oder ob er drückt und zu klein ist. Das Nervensystem ist im Fuß noch nicht so empfindlich und muss sich erst entwickeln. Also ist Daumendrücken nicht die richtige Messmethode für die Passform. Kinder krallen oft die Zehen.
  • Beim Gehen tragen die Füße das 2-fache des Körpergewichts, beim Laufen das 4-fache und beim Springen sogar das 10-fache. Die Fußmuskulatur muss kräftig sein, sie wird durch stehen, laufen, hüpfen, springen, ... trainiert. Also machen Sie regelmäßig Gymnastikübungen mit den Füßen. Insgesamt umrunden wir im Laufe des Lebens 4,5 mal die Erde.
  • Barfußlaufen ist für Kinderfüße das Gesündeste, die Füße und Zehen können sich dabei am besten bewegen und entwickeln. 
  • 98% aller Menschen kommen mit gesunden Füßen auf die Welt, nur 40% von ihnen haben noch gesunde Füße, wenn sie erwachsen sind! Der Grund: Schuhe, die nicht passen! Also sollten Sie alle 3 Monate die Fußlänge/Passform der Schuhe Ihrer Kinder überprüfen.
  • Schweißfüße vermeidet man durch Tragen von atmungsaktiven Material z.B. Lederschuhe
    - Mit Lauflernschuhen lernen Kinder nicht schneller das Laufen und lassen Sie sich keine Schuhe verkaufen, wenn Ihr Kind noch nicht selbständig läuft.

Spannend, soviel über (kleine) Füsse zu erfahren. Wir hoffen Sie fühlen Sich jetzt auch in Sachen Kinderschuhe etwas besser informiert und verlasse sich beim Kinderschuhkauf für die "wichtigsten Personen in Ihrem Leben" auf die fachliche Unterstützung von www.5-zehen.de.